Schach Mainz

Südwestdeutsche
Jugendvereinsmeisterschaft 1998


Schachfreunde Mainz weiter auf Erfolgskurs

Die Jugendmannschaft der Sfr. Mainz erreichte erneut die Qualifikation zur Deutschen Vereinsjugendmeisterschaft

Von Ingo Münch

Auch in diesem Jahr unterstrichen die Jugendlichen der Schachfreunde Mainz ihre momentane Sonderstellung in Rheinland-Pfalz. Zum nunmehr dritten Mal in Folge wurden die Rheinland-Pfalz- Meisterschaften für 6er-Mannschaften eine Beute der Schachfreunde.

Die in der Jugendherberge in Speyer ausgetragenen Meisterschaften wurden allerdings sportlich etwas entwertet, da in der höchsten Spielklasse lediglich drei Vereine - neben den Schachfreunden Mainz die TSG Mutterstatt und Turm Lahnstein - an den Start gingen.

Gegen Lahnstein gingen die Schachfreunde durch Siege von Schertz, Falahat und Kiefer relativ schnell mit 3:0 in Führung. Nach einem Remis von Göttmann und einem weiteren Sieg von Bauer war es zu verschmerzen, daß Karst am Spitzenbrett verlor. Nach diesem 4,5:1,5 Erfolg mußte man gegen Mutterstatt antreten. Auch hier konnte man durch Siege von Falahat und Bauer schnell in Führung gehen. Da nach hartem Kampf die restlichen Partien alle mit einem Remis endeten, wurde auch dieser Kampf deutlich mit 4:2 gewonnen.

Der durch die beiden Siege errungene Titel bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften bedeutete gleichzeitig die Qualifikation für die Südwestdeutschen Meisterschaften, bei denen die Landesmeister aus dem Saarland, aus Baden und Rheinland-Pfalz die Teilnahmeberechtigung für die Deutschen Meisterschaften auskämpfen.

Zunächst mußten die Schachfreunde Mainz gegen den badischen Vertreter SW Zell antreten. Obwohl sich die Anreise nach Zell durch einige Autopannen problematischer als erwartet gestaltete, gelang es durch Siege von Kiefer und Falahat, sowie den Remisen von Göttmann, Karst und Dickhoff, den Kampf mit 3,5:2,5 zu gewinnen.

Da dem saarländischen Vertreter SCC Schwarzenbach ebenfalls ein 3,5:2,5-Sieg gegen Zell gelang, mußte die letzte Begegnung zwischen Mainz und Schwarzenbach die Entscheidung bringen. Durch Siege von Dickhoff und Kiefer gingen die Schachfreunde mit 2:0 in Führung. Etwas überraschend war der Gegner von Göttmann etwas später mit einem Remis in unklarer Stellung einverstanden, obwohl Falahat zu diesem Zeitpunkt bereits auf Gewinn stand. Nachdem Falahat den vollen Punkt eingefahren hatte, remisierte Karst, während Schertz verlor. Durch diesen 4:2 Erfolg haben sich die Schachfreunde Mainz bereits zum zweiten Mal hintereinander die Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften gesichert. Diese werden zwischen Weihnachten und Silvester in Erfurt ausgetragen. Dort können die Schachfreunde dann versuchen, ihren im Vorjahr errungenen Deutschen Vizemeistertitel zu verteidigen.

Soweit zum sportlichen Teil dieses Berichts. Es kann jedoch (leider) wieder einmal nicht ausbleiben, einige kritische Worte bezüglich des Austragungsmodus der Rheinland-Pfalz-Meisterschaften zu verlieren. Ursprünglich wurde von den Funktionären argumentiert, daß ein zentraler Austragungsort in einer Jugendherberge eine menge Vorteile bieten würde - z.B. sollte die Zahl der kampflosen Partien drastisch gesenkt werden. Tatsache ist allerdings, daß die Bereitschaft vieler Vereine abgenommen hat, mehrere Tage hintereinander in einer Jugendherberge zu spielen. Ein Grund hierfür dürften die hohen Kosten sein. Die Schachfreunde mußten z.B. 550 DM für die übernachtungen und ca. 200 DM für die Fahrtkosten ausgeben. Bei zwei gespielten Kämpfen bedeutet dies ca. 375 DM Kosten je Wettkampf - ein recht ansehnlicher Betrag, der z.B. die Kosten eines Oberligakampfes deutlich übersteigt. Es gab zwar bei den 6er-Mannschaften in der Tat keine kampflosen Partien - der Preis hierfür war allerdings die geringe Anzahl teilnehmender Vereine. Dieser Preis ist eindeutig zu hoch, so daß sich die Schachjugend Rheinland-Pfalz ernsthaft überlegen sollte, wieder zu dem alten (und bewährten) Austragungsmodus - mit normalen Heim- und Auswärtskämpfen - zurückzukehren.

Letzte Änderung: 28.07.1998 RRSabel

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